Grundstein für das Projekt „Artefakte der Erinnerung“ ist gelegt
Wir freuen uns, ein weiteres Kleinprojekt, das vom Förderverein Zentrum Gedankendach e. V. gefördert wurde, vorzustellen. Es geht um das Projekt „Artefakte der Erinnerung“ (Artefakty pam’jati), initiiert von der Deutschlehrerin des Taras-Schewtschenko-Lyzeums № 8 Czernowitz Romana Fysjuk und der Journalistin Marharyta Jukhymenko. Mit der Entwicklung der interaktiven Lernplattform „Artefakte der Erinnerung“ wurde der erste wichtige Meilenstein des gleichnamigen Projekts erreicht. Diese Plattform ist darauf ausgelegt, sich als lebendiges Projekt eigenständig aus einem gesellschaftlichen Bedarf heraus weiterzuentwickeln.
In der Aufbauphase von Oktober bis Dezember 2025 hat das Projektteam eine Online-Plattform ins Leben gerufen, die weit mehr als nur ein Archiv ist: Sie soll Lehrkräften und Jugendlichen helfen, einen gemeinsamen Zugang und die richtigen Worte für das Gedenken an jene Helden zu finden, die ihr Leben im russisch-ukrainischen Krieg verloren haben.
Romana Fysjuk, die Projektleiterin, erklärt dazu:
„Unsere Erinnerungskultur ist gerade erst im Entstehen. Lehrerinnen und Lehrer spüren den Drang, mit der jungen Generation über die Ereignisse zu sprechen, die sie alle hautnah miterleben.Es ist jedoch nicht leicht, die richtigen Worte und einen feinfühligen Zugang zu einem so sensiblen Thema wie dem Verlust von Menschenleben zu finden – jenem Maßstab, an dem sich der Preis der Freiheit bemisst, die in diesem Krieg gerade erst erkämpft wird. ”
Mit diesem Projekt legen wir den Grundstein für einen Dialog, der von tiefem Respekt und Dankbarkeit getragen wird. Die Website schafft einen Raum, in dem Gedenken keine leere Formalität ist, sondern zu einem lebendigen Bestandteil des Schulalltags wird. Die Schicksale der gefallenen Absolventen der Czernowitzer Schulen machen die Verbindung zwischen den Generationen unmittelbar greifbar. So lernen Schülerinnen und Schüler, in den Helden von heute reale Menschen zu sehen – Persönlichkeiten, die durch ihre Haltung und Entschlossenheit beeindrucken. Um diesen Austausch bestmöglich zu fördern, haben wir bereits erste Konzepte erarbeitet, die wir nun konsequent weiterentwickeln wollen.”
Aktuell sind auf der Seite elf einfühlsame Porträts von Absolventen der Czernowitzer Schulen abrufbar. Jede Geschichte “versteckt sich” hinter einem „Artefakt der Erinnerung“ – einem Alltagsgegenstand, der die Brücke zwischen ihrem Leben im Frieden und ihrem Einsatz an der Front schlägt . Es sind rührende Einblicke in das Leben von Wassyl Kateryntschuk, Jurij Artemow, Serhij Butschatzkyj, Andrij Krawtschenko, Dmytro Sirman, Bohdan Sawitzkyj, Serhij Balabutowskyj, Jaroslaw Lewytzkyj, Andrij Mesjuk, Jaroslaw Boschtan und Dmytro Schpytko.
Ein wichtiges Zwischenergebnis wurde also bereits erreicht: Lehrkräfte haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam Unterrichtsmaterialien zu erstellen und die Zukunft der Lernplattform zu gestalten.
“Diese Website soll zu einem Ort der Begegnung werden, an dem Jugendliche eine tiefe Verbindung zum Leben der Helden aufbauen können. Die Texte sind keine erschöpfenden Biografien der gefallenen Soldaten, sondern vielmehr Schlaglichter: prägnant und einprägsam, damit sie im dichten Schulalltag ihren Platz finden. Leider kennt man das Ende dieser Geschichten bereits, bevor man die ersten Zeilen liest… Umso wichtiger ist es jedoch, die Jugendlichen dazu zu bewegen, das Wesen der Menschen kennenzulernen, die sich für die Verteidigung der Ukraine entschieden haben.”, — so Marharyta Jukhymenko, Sprecherin des Projekts.
Foto: Romana Fysjuk

