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„Czernowitz zwischen den Zeilen: Texte und Kontexte“ - Ein kleiner Bericht

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„Czernowitz zwischen den Zeilen: Texte und Kontexte“ - Ein kleiner Bericht

Liebe Freundinnen und Freunde,

wir berichten nun über die Kleinprojekte, die vom Förderverein Zentrum Gedankendach gefördert wurden. Eines davon hieß „Czernowitz zwischen den Zeilen: Texte und Kontexte“ und wurde von Svitlana Vardevanyan initiiert und koordiniert. Das Projekt fand im Oktober-Dezember 2025 statt und richtete sich an in erster Linie an Binnengeflüchtete, die in Tscherniwzi Zuflucht gefunden haben. Es bot den Teilnehmenden die Gelegenheit, sich mit ihrem neuen Wohnort vertraut zu machen und sich dadurch ein bisschen heimischer zu fühlen.   

Die Projektteilnehmenden erkundeten mit dem originellen Stadtführer Pan Jarko die Czernowitzer Straßen, Gassen und zentrale Plätze, lauschten gespannt dem Vortrag von Dr. Svitlana Vardevanyan zum Thema „Literatur- und Kunstlandschaft im heutigen Tscherniwzi: Texte, Kontexte, Orte und Events“, trafen im Buchklub den Autor Maksym Dupeschko und führten mit ihm, anmoderiert durch Maryna Horbatjuk, ein anregendes Gespräch über seinen Czernowitz-Roman. Darüber hinaus besuchten sie das Wolodymyr-Iwasjuk-Museum, schauten sich den Musikfilm „Tscherwona Ruta“ an und sprachen über den Beginn der Dekolonisierung, den dieses einmalige Musikevent in der späten Sowjetzeit bedeutete. Unter dem Motto „Sich vor Ort orientieren“ verarbeiteten die Projektteilnehmenden ihre Eindrücke und Erfahrungen in einem kunsttherapeutischen Seminar. 

Die Literaturwissenschaftlerin und Kunsttherapeutin Svitlana Vardevanyan erzählt, dass ihre Intention war, den Menschen, die erst seit Kurzem in Tscherniwzi leben, den Charakter der Stadt als kultureller Text und Palimpsest näherbringen. Sie sagt: „Ich bin überzeugt, dass solche Projekte helfen, sich in der neuen Realität zurechtzufinden und einen Austausch in Gang zu setzen. Das stärkt die Gemeinschaft, hilft, den Stress abzubauen und die Ungewissheit auszuhalten. Obwohl in der Projektphase fast täglich der Strom weg war, haben wir, glaube ich, doch eine Menge gemeinsam erreicht.“   

Und hier zwei Feedbacks von den Teilnehmenden:

„Ganz herzlichen Dank an die Organisatoren und Vortragenden für diesen Einblick in die Geschichte der Stadt und ihrer Einwohner. Man spürt, wie sehr Sie Tscherniwzi lieben und kennen! Ich habe Lust bekommen, mich noch mehr mit der Stadt und den Menschen, die sie aufgebaut und gestaltet haben und dies auch weiterhin tun, zu beschäftigen. Eine Stadt, die offen und loyal gegenüber allen ist! Wir freuen uns auf weitere Treffen…“ (Hennadij, Charkiw)

„Vielen, vielen Dank für diese wunderbare Idee und die gelungene Umsetzung an alle Beteiligten, besonders aber an Svitlana Vardevanyan. Alle Veranstaltungen beinhalteten sehr lebendige und tiefgehende Begegnungen mit der Stadt, in der die meisten der Teilnehmenden jetzt aufgrund des Krieges wohnen.   Es war eine sehr warmherzige und nahegehende Einführung in die Geschichte und Kultur von Tscherniwzi. Der unmittelbare Austausch mit den Persönlichkeiten, die heute dieser Stadt ihre positive Energie verleihen, ist unbezahlbar. Danke an alle, die dieses wichtige Projekt möglich gemacht haben!“ (Polina, Charkiw)

Das Projekt wurde realisiert mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins Zentrum Gedankendach e.V.

Foto: Aryna Vardevanyan

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